Die musikalischen Projekte

Mic

sind aus der Lust entstanden, Variationen neu zu entdecken. Im Unterschied zu traditionellen, sich wiederholenden Strukturen, entwickeln sich mir Verläufe, die nicht immer absehbar sind. Ähnlich tonal: Die grundlegende Haltung ist frei.

Würde man versuchen, diese Musik nach den allgemeinen Begriffen Pop, Jazz, Neue Musik einzuordnen, wäre ein Scheitern gewiss. Es gibt aber innerhalb der Neuen Musik Anknüpfungsmöglichkeiten: György Ligeti veranschlagte eine Freiheit von Scheuklappen, die auch die Modernität umfasst (Brief an Ove Nordwall). Ein solcher Anspruch macht es nicht leicht, Wege zu finden, kann aber davor schützen, Tendenzen und Moden zu erliegen.

Mich bewegt, eine persönliche musikalische Sprache zu entwickeln. Die Variation, ihre Offenheit, die bis an die Wiederholung, ebenso bis an die Form- bzw. Bindungslosigkeit reicht, letztere nicht nur motivisch und thematisch wie bei Beethoven (Diabelli-Variationen), sondern auch im Hinblick auf das Tonmaterial und klanglich. Differenzierbare Freiheitsgrade lassen viele musikalische Entfaltungsmöglichkeiten zu.

Diese Spannweite, die vor allem eine Öffnung verspricht, lässt Abgrenzungen zu, besonders im Hinblick auf musikalische Reduktionen. Man könnte sie allesamt als unterschiedliche formale Minimalismen bezeichen, gleichgültig ob es sich dabei um Pop-Songs, um eine Präferenz von besonderen Spielweisen, z.B. in der improvisierten Musik, oder um Klangkulte handelt, in denen Sternenkonstellationen oder Blutdruckwerten gehuldigt wird. Ich bin an einem alternativen Zugang interessiert, der die parzellierten Idyllen hinter sich lässt, ebenso der möglichen Gefahr entrinnt, leidenschaftlich heterogene Elemente anzusammeln.

Weil zu den Projekten seit einigen Jahren auch Audioproduktionen gehören, ist die Frage nach Equipment relevant geworden. Es gibt einige Magazine, die über die Entwicklungen informieren. Bei Amazona.de ist sogar ein ◊ Interview entstanden.
Engine Hedda, die seit einiger Zeit Video-Produktionen für den AutorenVerlag Matern durchführt, hat sich auch meiner Musik angenommen, in: ◊ Helge Bol: Die musikalische Arbeit - Engine Hedda. Erläutert werden anhand der bereits entstandenen Alben einige Grundzüge meines Schaffens.

Für den AutorenVerlag Matern ist der Beitrag „Ein pragmatischer Beginn“ für den Band „Diabolus. Essays über Künste“, hg. v. Kathrina Talmi, entstanden. Mitherausgegeben hatte ich für diesen Verlag bereits „Über die Kunst, klein zu verlegen“, gemeinsam mit Mark Ammern.